Geschichte des Cine-Clubs

Der Filmclub im ESOC wurde von Serge Rodgold in den 70er Jahren gegründet. Zu dieser Zeit war es nicht einfach, Filme aus Frankreich und Belgien in Deutschland zu sehen. Es gab weder Kabel- noch Satellitenfernsehen mit internationalen Programmen, und erst recht noch keine DVD oder Blu-ray. Zu dieser Zeit waren die Kollegen aus dem Ausland nicht zuletzt deshalb viel stärker isoliert als heute.

Doch schon bald sorgten große Rollen 16mm-Film für großes Vergnügen bei den frankophonen (und -philen) Zuschauern in der Kantine des ESOC. Alain Schütz war einer der Freiwilligen, die über längere Zeit involviert waren. Dann kamen Videokassetten, die auf eine Leinwand in einem kleinen Zimmer im ESOC projiziert wurden.

Als Gerard Servoz den Cine-Club übernahm, fand er es schade, dass Französischsprachige Filme nur für Club-Mitglieder und ihre Familien bei der ESOC zugänglich waren. Er wollte allen Einwohnern Darmstadts Französische Filmkultur nahe bringen. In den frühen 90er Jahren übernahm er deshalb die Initiative, eine Zusammenarbeit mit dem Studentischen Filmkreis an der Technischen Universität (TU) Darmstadt ins Leben zu rufen. Von diesem Zeitpunkt an nahm der Filmclub die Form an, wie man ihn heute kennt.




 Karin Servoz erinnert sich

Was die Schokolade betrifft war Gerard ein richtiger Gourmet – und sehr originell.

Da der Cine-Club gut lief und Gewinn erwirtschaftete und wir regelmäßig in Belgien waren, dachte er, der Cine-Club könnte jedem Besucher ein Stück Schokolade anbieten. Das Motiv war am Anfang eine Kaffeetasse. 

Etwas später, nach der Rückkehr einer Geschäftsreise, bei dem ihm der Kunde Schokolade mit dem Firmenlogo schenkte, dachte Gerard, das könnte er auch für den Club machen.

Anlässlich einer Fahrt nach Brüssel hat er sich mit einer kleinen Schokoladenmanufaktur in Verbindung gesetzt, die sich auf die Umsetzung von Firmenlogos spezialisiert hat. Gerard entwarf das Logo, was ihm viel Freude bereitet hat.

Erinnerungen von Alain Schuetz

Ich übernahm den Club ca. 1975. Die Rollen der 16 mm Filme wurden von Kurieren am Tag vor der Filmvorführung gebracht und mussten am nächsten Tag zurück gegeben werden, damit sie auch in anderen Clubs in Hessen gezeigt werden konnten..

Die Vorführungen fanden in der Kantine statt. Da die Anzahl der klassischen Schwarz-Weiß-Filme, die in Französisch zur Verfügung standen, beschränkt war, wurden dieselben Filme alle zwei bis drei Jahre erneut gezeigt. Dies führte dazu, dass die Zahl der Zuschauer sank.

Mit dem technologischen Fortschritt ging es weiter mit Filmen auf Video-Kassetten, die in einem kleinen Zimmer in der obersten Etage des Gebäudes Meteosat gezeigt wurden. Dies war Gerard Servoz zu verdanken, der die Kassetten, wie ich annehme, von einem belgischen Händler bezogen hatte. Obwohl es sich um neuere Filme handelte, war das Publikum noch ziemlich überschaubar.

Aber mit Fortschritten in der Technologie ging es weiter nach Filmen aus Video-Kassetten in einem kleinen Zimmer in der obersten Etage des Gebäudes Meteosat. Es war Gerard Servoz erhalten, der die Kassetten, von einem belgischen Händler, denke ich. Auch wenn die Filme waren neueren, das Publikum war noch ziemlich klein.

Im Jahr 1985 reisten Serge und ich nach Pasadena / Kalifornien zum ersten Raketenstart des Satelliten Ulysses. Und ab dann entwickelte sich der Club zu seiner derzeitigen Form im Audimax.

Erinnerungen von Serge Rodgold

Es waren die Briten, die als erstes mit einem englischsprachigen Filmclub bei ESOC begannen. Es gab also schon ein entsprechendes Projekt als ich dazu kam. Ich habe das Französisch-Institut in Frankfurt kontaktiert um Filme in französischer Sprache zu bekommen. Wir bezogen die Filmbibliothek aus der Rue Ulm und anderen experimentellen Pariser Kinos (Huchette, Pagode, Ursulinen etc.).

Das Publikum war sehr klein, dies schuf eine intime Atmosphäre. Zum Abschluss des Abends bot ich Baguettes und Knoblauchwurst an, die ich aus Frankreich, hauptsächlich aus Straßburg, mitbrachte. Mit großer Freude spülten wir sie mit einem Rotwein - von zweifelhafter Qualität - hinunter. Dies hat uns geholfen, auch ein paar nicht französisch sprechende Mitglieder zu gewinnen.

Pariser cinephile Freunde gaben mir die Adresse eines Filmverleihs, der auch neuere Filme zeigen darf. Ich erinnere mich besonders an einen von ihnen. Es war ein sehr lustiger Film über ein Rugby-Turnier der fünf Nationen. Das Thema lockte einige englische Kollegen an, die wir wegen ihrer Niederlage im Film mit Sandwiches und einem Wein von besserer Qualität (Brouilly) trösteten. Wie schon bei anderen Gelegenheiten praktiziert, wurde die Verantwortung für die Aktivitäten des Vereins unter den Kollegen aufgeteilt.

Während einer meiner letzten Reisen nach Darmstadt habe ich gehört, dass eine ESOC Cine-Club Nacht geplant war, so dass ich beschloss zu bleiben nur damit ich teilnehmen konnte. Zu diesem Zeitpunkt war der Cine-Club bereits ins Audimax verlegt worden. Ich war von der großen Zahl der Zuschauer - Dutzende, wenn nicht Hunderte - total überwältigt.Wunderbar!